Da und nicht da

Da bin ich wieder… oder auch nicht. Ich brauchte ein paar Tage Pause. Pause mit allem. Gebracht hat es nicht viel. Ich habe eben keine Grippe. Meine Tage bestanden aus schlafen,  lesen und häkeln. Ständig ist mein Kopf angegangen und Gedanken waren da, die ich nicht haben wollte und will. So bald ich aufhöre mich irgendwie zu beschäftigen fängt das Gedankenkreisen an. Wenn mein Kopf dann doch mal aufhört mit denken finde ich mich irgendwo im Haus wieder. Irgendwo sitzend oder liegend. Vor mich hin starrend. Dazu fühle ich mich innerlich an als wäre ich gestorben oder ich hatte ein Teil von mir verloren. Zur Zeit fühlt es sich eher gestorben an. 

Mein zweiter morgen beginnt um 11 Uhr. Bis ich endlich was zu Essen zusammengefuddelt habe ist es fast 12 Uhr. Ich bin wieder verwirrt und durcheinander. 

Ich habe vorgestern wieder meine Notfallmedizin genommen. Nase war noch weniger verstopft als sonst. Auch habe ich den nächsten Tag nicht  nur mit schlafen verbracht und den abend konnte ich sogar genießen. Heute fühlt es sich eher leer an. Sonst war ich am 3. Tag nach der Einnahme eher euphorisch.

Heute möchte ich wieder mit meinem Training starten. Heute startet offiziell #fortitude knopp. Na klar bin ich dabei. Ich versuche es. Mein Plan für heute liegt vor mir. Ich versuche mich mental darauf vorzubereiten. Ernährungsplan bleibt, abgesehen von den Kcal, erstmal gleich. Heute abend geht es wieder zur Therapie. Ich fühle mich schlapp. Ich mag nicht. 

Mein Training war ziemlich gut. Fortitude Training ist abartig hart und wahnsinnig gut. Hat Spaß gemacht. Wirklich richtig Spaß. 

Danach war ich kurzzeitig ziemlich gut drauf. Die gute Laune ist aber unter der Dusche einer wahnsinnigen Anspannung gewichen. Ich muss einfach mit jemanden Kontakt aufnehmen mit dem ich letztes Jahr den Kontakt abgebrochen habe. Warum? Weil ich mich unverstanden gefühlt habe und ich keine Worte hatte um zu erklären warum ich so bin wie ich bin. Es hat mich alles sehr aufgewühlt. Ich habe darüber viel mit meinem Therapeuten  gesprochen und bin dann doch wieder übers Ziel hinaus geschossen.  Das hat mir bis heute keine Ruhe gelassen und so habe ich dann doch endlich eine Nachricht geschrieben. Und es war gut und richtig. 

Es hat mich eine kleine Panik gekostet. Mein Mann hat ein zitterndes Häufchen Elend Zuhause vorgefunden. Jetzt ist es besser. Es fühlt sich richtig an. 

Wir sind auf den Weg zu meinem Therapeuten. Er möchte mich erstmal wieder öfter sehen. Natürlich macht mir das auch zu schaffen. Der Weg ist weit und zwangsläufig werden wir über Dinge sprechen die ich am liebsten in eine Kiste packen und tief vergraben möchte.

Die Stunde ist um. Wir haben heute über die Mechanismen gesprochen,  die bei einer PTBS mein Gehirn,  mein Denken, mein Fühlen und mein Handeln beeinflussen und steuern. 

Am einfachsten ist es mit einem Hund zu erklären. ‘Hol das Stöcken!’  Der Hund ist voller Anspannung, sprungbereit, das Stöcken muss geholt werden, alle Sinne sind geschärft! 

ACHTUNG jetzt geht’s los! Wo ist es!! 

Ach… Der hat ja gar nicht geworfen! ACHTUNG jetzt aber! 

Ach… Der hat ja gar nicht geworfen! ACHTUNG….

Das Stöcken ist der Trigger (Auslöser), das Herrchen mein Gehirn und der Hund ist mein Denken/Gefühl/Handeln. 

Meine Hausaufgaben ist in meinem Traumagedächtnis zu wühlen,  weitere Triggerreize ausfindig zu machen (genauso wie die schwarz/gelbe Farbe einer Wespe ‘Achtung! Gefahr!’ signalisiert,  kann ein Geräusch, ein Geruch,  ein Ort,  eine Handlung,… meinem Gehirn genau so ein Signal senden.  Unabhängig davon ob es nun eine wirkliche Gefahr ist oder nicht,  löst es bei mir dann eine entsprechende Reaktion aus), ich muss gucken was eine ‘gefühlte’ Bedrohung auslöst und was für Grundüberzeugungen mein Denken und Handeln weiter beeinflussen. Das klingt alles so kompliziert und entmutigend. 

Ich brauche auch eine neue Aufgabe. Etwas, daß mir Spass macht und meinen Alltag bereichert, abgesehen von meiner besten Rebeca und meinem Training.Vielleicht sollte ich mir ein Gänseei zulegen und es ausbrüten. Oder auch ein Schnabeltierei. Das kann man dann wenigstens flauschen. Ich weiss, dass sie giftig sind. Mir war nur nicht bewusst wie giftig die sind! Und nein das ist auch nicht so richtig ernst gemeint.

(Memo an mich: Versuch meinem Gedankenkreisen eine kurze Pause zu verschaffen.)

Schluss für heute. Ich bin echt im Eimer.

Tschö

vor 5 Jahren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.