Etwas besser

Die Nacht war deutlich besser als die letzten. Einmal richtig schlafen tut schon ordentlich gut. Dennoch beginnt jeder morgen mit einem tiefen seufzen. Während ich mir die Zähne putze,  laufe ich durch die Zimmer und öffne die Fenster. Der Himmel hat tolle Farben und der Baum vor dem Fenster meines Zimmers hat winzige weiße Blüten.

Ich verteile etwas Vogelfutter auf der Fensterbank. Im Baum wackelt es schon. Die Blaumeisen warten hier. Sobald ich ein Schritt zurück gehe,  sind sie auch schon da und stebitzen sich die ersten Körner. 
Dann führt mich mein Weg in die Küche. Auch hier werden erstmal alle Fenster geöffnet. Ach, hier liegen noch die Körner von gestern. Je nach Jahreszeit werden anderen bevorzugt. Ist also wieder Zeit für einen Wechsel. Mal sehen was mein Vorrat noch zu bieten hat. 

Ich schleiche fast ins Wohnzimmer. Der Anblick von Rebecas Urne trifft mich noch immer sehr hart und überflutet mich mit Unmengen an Erinnerungen.

Teewasser kocht (zur Zeit gibt es eine Mischung aus grünen und schwarzen Tee. Ich brauche die Extrapower), Kaffee läuft durch und Wasser steht bereit. Zeit für meine Happypille und Brot für meinen Mann. 

Im Wohnzimmer werden die Wackelquark- und Puddingreste von gestern Abend eingesammelt. Ich habe halb GZSZ auf der Toilette verbracht. Ich habe irgendwas am Abendessen nicht vertragen. Passiert in der Diät öfter mal. Eigentlich habe ich die Kohletabletten immer griffbereit. Ja… sind leer. Ich tippe auf unglückliche Fettverteilung. Ich schüttel die Sofakissen auf und verteile Hermann, Henry und Wölkchen auf ihren Plätzen. Häkelkiste wird bereit gestellt. Gerade erfreue ich mich sehr an meiner Häkelei…

Wölkchen, Hermann und Henry

…Was nicht lang anhält. Ich bin schnell genervt und unzufrieden mit meinem Werk. Die Osterhäkeleien drängen sich in meine Gedanken. Wann ist Ostern überhaupt und welchen Tag haben wir heute? Manchmal bin ich so durcheinander. Ich sollte mich morgen intensiv damit beschäftigen. Oder jetzt. Mein Kreislauf findet es aber nicht so gut. Also zurück aufs Sofa. So richtig was getrunken habe ich noch nicht. 

Viel steht ja nicht drin…

Bis zum Training ist es noch eine Weile hin. Meine Gedanken schweifen ab. Gerade habe ich nichts zu tun. Ich will nichts tun. Ich habe mir vor ein paar Tagen eine gelbe Shorts bestellt. Dazu eine rosa Bluse. Ja, wie mein Vegeta. Ich habe mich umendschieden. Die Bluse wieder storniert und ja, die Shorts kriege ich nicht über meine Oberschenkel. Da sie sehr hoch geschnitten ist, ist es sinnfrei sie so gross zu bestellen dass sie problemlos über meine Oberschenkel passt. Sie wird dann am Bauch viel zu weit sein. Mir auch egal. Aus Klamotten mache ich mir eigentlich nichts. 

Ich friere wieder so. Zeit für einen Lieblingstee! Ich muss bei dem Gedanken an die gestrige Post lächeln. 

Während das Teewasser kocht kümmere ich mich um die Futterschaben. Auch das Futter braucht Futter! Eine neue Lieferung ist unterwegs. Und da klingelt auch schon die Postbotin. Die neuen Schaben sind klitzeklein.

Das Training ist zimlich anstrengend. Willkommen in der Diät. Ich habe aber etwas mehr Power und Durchhaltevermögen als gestern. Liegt vielleicht auch am L-Tyrosin, das ich eine Stunde vor dem Training eingenommen habe. Wenn die Antidepressiva eh nicht wirken,  sehe ich keinen Grund das L-Tyrosin nicht zu nehmen. 

Tatsächlich lese ich draußen auch ein paar Seiten. Ich habe Ohrenstöpsel drin. Die Geräusche sind nicht ganz weg,  aber etwas gedämpft.  Dann ist es auch schon Zeit für meinen Avocadofluff. Während das Proteinpulver,  die Avocado und ein Glas Wasser im Rührgerät ein gigantisches Volumen  bekommen, bereite ich das Abendessen vor. Lachslasagne für meinen Mann, für mich einen Lachs-Brokkoli-Auflauf. Nachher wird alles mit etwas Käse überbacken. 

Ich fühle mich jetzt ganz gut. Fit und meine Laune ist auch Richtung positiv. 

Tschüss 

vor 5 Jahren

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