Donnerstag

Donnerstage haben einen faden Beigeschmack. Immer war donnerstags irgendwas nerviges oder blödes. AG in der Schule,  längster Schul-/Arbeitstag der Woche. Konfirmandenunterricht (ja… Das habe ich nicht freiwillig getan). Logopäde, Nachhilfe, Kirchenpsychologe… etc. pp. Und mein Hundchen ist an einem Donnerstag gestorben. Andererseits kündigt der Donnerstag unaufhaltsam das Wochenende an. 

Heute Nacht bin ich durchs Haus gegeistert. Was im Übrigen nicht viel nutzt um dann besser schlafen zu können. Das Bett war sehr bequem mein Mann aber sehr laut. Trotz Ohrstöpsel bin ich sehr empfindlich was Geräusche in der Nacht angeht. 

Also ausziehen.

In meinem Zimmer war es kalt und das Sofa dort ist zum Schlafen auch einfach zu kurz. Trotz autogenem Training und Atemübungen wollte der Schlaf nicht bleiben. Wenn ich dann doch kurz weggedämmert bin waren meine Träume so realistisch und beänstigend,  dass ich einfach nicht mehr ruhig liegen bleiben konnte.

Also zurück. 

Irgendwann hat es dann doch mehr oder weniger geklappt. Bis ich bemerkt habe, dass beide Arme bis zu den Schultern eingeschlafen waren und ich eine aufkommende Panik nur mit Mühe im Zaum halten konnte.

Dann kamen wieder die Gedanken,  die mich seit Tagen beschäftigen. Ich muss aufhören das Unkontrollierbare kontrollieren zu wollen. Das kann nicht funktionieren und erzeugt einfach nur unheimlich viel Stress und Druck. 

Gestern Abend war ich auch kaum in der Lage die Füße still zu halten. 

Heute morgen  fühle ich mich müde, schwer,  von Trauer und Leere durchwachsen. Dabei ruhelos und als würde ich auf einem Pulverfass sitzen. Ich habe wahnsinnig Lust mich im Keller auszupowern und auch überhaupt nicht. 

Ich sitze an einer Häkelei,  die mich in den Wahnsinn treibt. Obwohl es dabei auch Spaß macht zu sehen wie langsam die Form entsteht,  die meinen Vorstellungen entspricht. 

Ich bin so voller Gegensätze,  dass ich auf der Stelle platzen müsste. 

Mein Mann hat heute morgen wieder einen Teil des Sperrmülls aus dem Carport mitgenommen. Morgen lass ich Cardio sausen und kümmere mich um den Rest. Dabei hat er eine tote Ratte gefunden. Relativ frisch. So ist das auf dem Land. Ich hoffe der Kater holt sie sich gleich noch. Ansonsten sollte ich sie wegräumen bevor es anfängt zu müffeln. Das Tierchen liegt in einem der blauen Säcke. Den Gestank hätten  wir wochenlang im Auto. 

In meinem Kopf gehe ich Gespräche durch, die am Samstag stattfinden könnten. Schwiegervater will wissen was mit Großeltern ist. Das ist nicht in drei Sätzen erzählt. Könnte es. Aber die ein oder andere Erläuterung würde erklaren. Aufklären. Muss das sein? Ist es nicht einfach auch egal? Hört sich nicht so an als wäre es mir egal. Ist es aber irgendwie. Nur eben nicht anderen,  was mich wieder in die Lage zwingt es nicht egal sein zu lassen. Gegensätze. 

Ich wusel im Garten und freie mich auf unseren BBQ-Hochzeitstag. Dann sitze ich wieder auf meinem Sofa und weine. 

Training war gut. Meine Laune ist etwas besser. Ich wische Staub im Wohnzimmer während mein Reissüppchen köchelt. Dann geht es in den Garten den Seitenstreifen mähen,  immer um die tote Ratte herum. Dann mag mein Kreislauf nicht mehr und sternchensehend schlüpfe ich zurück ins Nest. Samstag wird gegessen was auf den Tisch kommt. Sonst breche ich einfach zusammen. 

Btw die Waschmaschine ist kaputt. Die zweite in 6 Monaten. Waren beides ältere Modelle die ein paar Umzüge hinter sich hatten. Ich hoffe sie gibt meine Wäsche noch her,  ich hab nen Rock rein geschmissen,  den ich Samstag anziehen möchte fuuuu! 

Tschüss 

vor 5 Jahren

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