Nein

Das ganze Wochenende über begleitet mich ein Gefühl als müsse ich platzen. Mein Hals ist wie zugeschnürrt, auf meiner Brust ein unheimlicher Druck. Es geht einfach nicht weg.

Auch heute morgen ist das Gefühl noch da. Wieder da. Ich weiß es nicht. Essenstechnisch sind die letzten Tage ziemlich esklaliert. Es war wieder das altbekannte reinstopfen. Reinstopfen nur um aufzufüllen. Leere zu füllen. Bis ich Bauchschmerzen hatte. Habe. Immernoch Bauchweh. War zu viel. Zu süß. Zu fett. Zu durcheinander. Irgendwie aber notwendig.

Aber auch dieser Morgen startet gut gelaunt, fröhlich. Sonntag war meine Stimmung fast schon ausgelassen – nur um dann wieder verloren zu gehen. Ich war unruhig. Rastlos. Ruhelos. Immer stärker werdender Druck. Lex liegt dicht an mich gekuschelt, zwischen meinem Mann und mir, auf dem Rücken. Die Beinchen ausgestreckt. Um halb sieben hat er allerdings keine Lust mehr zu schlafen. Mein Mann ist schon im Bad. Lex zerrt wehement an mir. Also aufstehen. Mein erster Gang führt mich in die Küche und endet dort vorerst – eine Wäschewanne voll Fleisch…

Hier kam dann doch ein längerer Lex Text… ich wollte es doch besser trennen… also.. Der Text wird in Lex Blog erscheinen (sobald mein Mann diesen editiert und für leserlich befunden hat – liegt alles auf Halde, daher auch keine Verlinkungen – sorry).

Meine Fröhlichkeit verschwindet und die Leere macht sich wieder breit. Dazu kommt eine Art Resignation. Ich kann es kaum beschreiben. Ein sich in den Tag fügen müssen. Kein Entkommen vor der Leere. Machen was man machen muss um zu überleben. Den Tag zu überstehen. Ohne Energie. Ohne Kraft. Ohne Freude.

Ich schaffe es einfach nicht mich an die wirklich wichtigen Sachen zu setzen. Mich hinter den Widerspruch zu klemmen. Bei meinem Therapeuten nachzuhaken wie es nun mit einem Gespräch aussieht – ich bin es so leid immer hinterher sein zu müssen. Kann nicht einfach mal was laufen? Ich brauche auch noch ein paar Unterlagen bezüglich Lexis Ausbildung. Ich wollte diese Unterlagen meinem Antrag beilegen.

Kurze Unterbrechung – obwohl wir heute abend eine begleitete Gassirunde haben (weniger ist bei ihm immer noch mehr), möchte Lex dringend seine morgendliche Runde drehen. Also gut. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, der Wind – fast schon Sturm der letzten Tage – hat deutlich nachgelassen, warum also nicht. Es liegen teilweise 30 cm tiefe Schneeverwehungen am Feldrand. Ein Fest für Lex. Wie ein kleines Pony springt er durch die Verwehungen. Wir gehen nur den halben Weg. Zuviel und er wird heut abend nicht zur Ruhe kommen können. So sind sie die lieben kleinen.

Hinterher fühle ich mich erfrischt. Fast schon gut. Es war kalt, aber nicht so beissend wie am Sonntag. Dennoch reicht meine Kraft nicht aus mich an mein Geschreibsel zu setzten. Vielleicht mag ich mich dem auch nicht stellen. Der Widerspruch an meine Krankenkasse ist eh aussichtslos… warum da noch meine knappen Ressourcen verschwenden? – Weil es wichtig ist, für andere, für die Zukunft. Das andere nenne ich momentan nur “Den Antrag”. Ich will mich nicht damit auseinander setzten. Ich will nicht daran erinnert werden. Ich muss es aber tun. Es hat aber keine wirkliche Eile. Es dauert aktuell etwa 16 Monate bis ein solcher Antrag bearbeitet wird…

Nein. Eindeutig nein.

Tschüss

vor 4 Jahren

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