Auszeit von mir

Es ist ein ständiges Auf und Ab in den letzten Tagen. Den Höhepunkt hatte es wohl gestern, als mein Mann und ich uns mehr oder weniger an die Gurgel gegangen sind. Es wurde wieder über grundsätzliche Hundethemen gestritten. Ich, die Ungerechtigkeit in Person, wurde wieder sehr unfair. Alles was wir erreicht haben, alles Erfolge, alles was mein Mann möglich macht, all das zählt in diesem Augenblick nicht. Und das schlimmste ist, ich weiß genau was ich mache, kann es aber nicht stoppen. Ich kann es einfach nicht stoppen.

Eine Winzigkeit, die schief geht und schon sehe ich nichts mehr. Es kommt nicht an. Verschwindet in meinem Nebel aus PMDD und Zweifel. Viel zu spät habe ich dann eine Beruhigungstablette genommen. Nach dem mein Kreislauf nicht mehr so wollte wie ich und ich mich hinlegen musste, bin ich praktisch sofort eingeschlafen.

Heut Morgen sah die Welt wieder etwas freundlicher aus. Ganz in weiß und Nebel getaucht. Friedlich und still unterbrochen nur vom Kläffen meines Hundes. Nach dem wir uns einige waren, dass Lex eine Auszeit bekommen muss, etwas länger wieder – damit er sich von mir erholen kann und ich mit meinem Zyklus wieder im Reinen bin – sind wir zu Dritt zum Bäcker und es war gut, so gut!

Den Rest des Tages verbringen wir mehr oder weniger dösen, schreibend, Fotos machend. Es ist wieder zu viel passiert in den letzten 24 Stunden.


Mein Kopf ist zur Zeit wieder übervoll mit Gedanken. Ich versuche Es vorerst da sein zu lassen wo es ist. Es sind andere Gedanken. Es treten neue Menschen in mein Leben ein. Ich genieße es sehr, ist es doch für mich immer wieder eine neue Erfahrung. Ich bin sehr offen mit ihnen, entweder bleiben sie, oder sie ziehen weiter. Es zahlt sich aus, dass ich in sozialen Medien oder auch in Foren unterwegs bin. Denke ich an meine Androjaner, oder an die beiden neuen Menschen, die jetzt aktuell dazu gekommen sind. Langsam dazu gewachsen oder mehr oder weiniger plötzlich da waren Die Zahl der Menschen, die ich in mein Inneres lasse, denen ich auf ihren und sie mich auf meinem Weg begleiten möchten, wird größer. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich die Knoppes einmal so etwas wie Freunde finden würde. Das ich es verdient habe Menschen zu finden – auch wenn sie über all verstreut sind, die mich so annehmen wie ich bin. Die mich unterstützen und nicht mit leeren Floskeln um sich schmeißen. Ich sehe morgens mit einem Lächeln auf dem Gesicht auf mein Telefon und sehe Nachrichten an mich. Kein Spam, keine Funkstille, echter Austausch. An mich, für mich. Ja, ich bin tatsächlich gewillt das Wort Freundschaft zu gebrauchen.

Tschüss

vor 4 Monaten

2 Kommentare

  1. Ich kann Dir nur einen Rat geben, den ich seit einigen Jahren befolge.

    Es gibt Menschen, die deinen Lebensweg kreuzen und Dich ein Stück begleiten… erwarte nichts! Verspreche Dir nichts…genieße die Zeit solange es Dir gut tut und es dauert… nimm das Positive daraus und ziehe weiter oder lasse Sie ziehen wenn der Weg zuende ist oder mühsam wird.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das wahre Freundschaften in der Kindheit geschlossenen werden. Heute ist man so schnell das Wort Freunde zu gebrauchen, wobei es sich oft nur um Bekannte handelt. Freunde ist ein großes Wort… Freunde halten immer zusammen und sind zu Jederzeit für einen da! Und das zeigt sich durch Taten und nicht durch Worte. Ich freue mich für Dich wenn Du nicht enttäuscht wirst und wahre Freundschaft gefunden hast. Ansonsten kann ich Dir nur meinen Rat ans Herz legen, dann wirst Du nicht enttäuscht sein.

    Alles Liebe und schön das ich Dich, wenn auch nur virtuell ein Stück begleiten darf…
    Sandra

    1. Liebe Sandra,
      vielen Dank für Deine Worte. Ich habe in meiner Kindheit nie Freundschaften geschlossen und auch jetzt bin ich sehr vorsichtig mit diesem Wort – bin mir aber sicher, es an dieser Stelle verwenden zu können. Ich freue mich auf jeden, der mich ein Stück des Weges begleiten mag. Ob als stummer Mitleser, als reale Person an meiner Seite, oder als Stimme die bei gelegentlichen Schriftwechsel zu mir spricht. Es ist so viel mehr als ich jemals hatte und gelaubt habe jemals erleben zu dürfen.

      Ich denk an Dich

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