Klinik,  Tageklinik… nein

Klar, die Figuren sind schuld. Nein. Ich habe einfach richtig Angst vor meinen Termin heute. Wieder muss ich alles erzählen und erklären. Abgesehen davon weiß ich nicht was ich sonst sagen soll. Ich möchte erstmal kein neues Medikament. Ich möchte erstmal den Botox Zeit geben und überhaupt etwas Grund rein bekommen. Das könnte ich sagen. 

Ich hatte gestern abend einen ziemlichen Absturz. Aufeinmal war die Selbstkritik wieder so stark und alles andere wertlos und unsinnig. Mein ‘Tagtraum’ hat das auch nicht auffangen können.Es macht,  dass ich alles distanziert und mit einer gewissen Arroganz wahrnehme und  betrachte. Nach aussenhin merkt man es wohl nicht. Es fühlt sich einfach nur für mich besser an. 

Aus weniger heiteren Himmel habe ich angefangen zu weinen. Ich brauchte sehr viel Nestwärme und bin dann auch eingeschlafen. 
Aber am schlimmsten ist mein ‘Tagtraum’ ist weg. Jetzt ist alles wieder leer und düster. Bester Zeitpunkt für neue Pillen. Hab gestern schon gemerkt das es sich nicht mehr so intensiv anfühlt. 

Jetzt fühle ich mich mehr oder weniger zerstört. Kopfschmerzen. Schlapp. Der Termin bringt meinen morgen durcheinander. Trotzdem sage ich den Termin nicht ab. Das ist mein kleines Verhaltensexperiment für diese Woche.

Befürchtungen:

  • Ich werde angestarrt , Wartezimmer, Anmeldung 80% (0%)
  • Macht sich lustig,  tuschelt,  lacht über mich z.B. Rentenstatus 80% (0%)
  • Man glaubt mir nicht 90% (0%)
  • Gibt mir gleich den ‘Borderline-Stempel 95% (0%)
  • Man  versteht nicht was ich möchte 85%(0%)
  • Man sagt man hilft mir, tut es nicht 75% (0%)
  • Ich kann nicht richtig sprechen 98% (50%)

Ich bin überzeugt davon, dass all diese Punkte eintreten werden und das schürt meine Ängste. Niemand mag irgendwo hin wo man einen dieser Punkte ausgeliefert ist. Sinn und Zweck dieser Übung ist es meine Befürchtungen zu widerlegen und mir endlich zu beweisen, dass es keine Gefahr für mich darstellt.

Professionelle Freundlichkeit. Riesen grosse offene Praxis. Tendenz geht auch hier klar zur Klinik bzw. Tagesklinik. Ich bekomme ein neues SSRI Sertralin 50mg und ein neue Bedarfsmedikation Quetiapin 25mg. Es wird ein EEG gemacht und Blut abgenmmen. Einen neuen Termin in vier Wochen. Jetzt bin ich sehr müde.

Klinik. Tagesklinik. Ich bin von der Sinnhaftigkeit nicht überzeugt. Natürlich hat das einen Sinn und ist gut und richtig und wichtig. Aber für mich? Es fühlt sich für mich nicht richtig an. Klar ist es wichtig, dass es bei mir voran geht. Aber liegt es nicht in erster Line daran,  dass da noch etwas schwelt was ich zur Zeit nicht angehen kann, weil ich es nicht beeinflussen kann? Weil es andere Leute und Institutionen bedarf die das Ganze jetzt in die Hand nehmen müssen?  Was kann da eine Klinik oder eine Tagesklinik ändern? Dort kann man nicht beschleunigen was ansteht. Man kann mir auch nicht abnehmen was auf mich zu kommt. Die Klinik wird nicht da sein wenn es soweit ist. Ich bin vielleicht auch einfach zu durcheinander um zu sehen was für Möglichkeiten eine Klikn/Tagesklinik bietet.

Ich guck mir die Nebenwirkungen nicht an. Ich lasse mich mal überraschen. So halte ich das immer. Habe keine Lust mir irgendwas einzubilden. Tyrosin wird erstmal wieder weggelassen. Die Ärztin schien mit der Frage danach etwas überfordert… 

Ich mag heute auch nicht mehr schreibe. 

Tschüss 

vor 4 Jahren

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