Heute ohne Titel

Ich musste gestern abend wieder ziemlich weinen. Es ist zur Zeit zwiegespalten vielleicht auch drigespalten. Trauer über den Verlust, Freude beim Gedanken an die schönen Momente,  die Liebe und das Zusammen sein,  aber auch Erleichterung. Wenn man ehrlich ist war es,  vor allem in der letzten Zeit,  aber auch schon eine Weile vorher doch sehr einschränkend. Versteht das nicht falsch! Ein Seniorhund gibt so unglaublich viel Liebe. Diese Zeit war deutlich intensiver als all die Jahre davor. Kuscheliger. Liebevoller. Vertrauter.

Wir haben aber auch keine Nacht durchgeschlafen. Sie hat es nachts nicht gemerkt wenn sie musste. Oft war es dann eben zu spät. Die Sinne lassen nach. Man muss Vorsichtsmaßnahmen treffen. Man muss alles etwas besser planen. Dennoch würde  ich die die Seniorzeit bei keiner Sniefe missen wollen. Es gehört einfach auch dazu. Rebeca war ein Teil meines Lebens,  aber für sie war ich ihr ganzes Leben.

Genug. Ich muss schon wieder weinen. Ich sollte raus in die Welt und mir einen besten Freund suchen. Humanoider Natur. Manchmal wünsche ich mir nichts mehr. Dann wieder kommt die Angst und die Frage ob ich überhaupt Menschen um mich herum brauche. Ja und nein. Vielleicht bin ich einfach auch ein Einzelgänger und versuche mich nur zu überreden, dass soziale Kontakte gut und wichtig sind, weil es eben so sein muss. Ja. Vielleicht nicht für mich.
Dennoch fühle ich mich alleine.

Heute ist trainingsfrei. Wie immer gibt eben genug zu tun. Ich müsste mich um den Garten kümmern. Der Entenacker müsste wieder in Wiese verwandelt werden. Laub liegt noch überall rum. Es sieht eben so aus als wäre Winter gewesen. Ich merke wie der kommende Frühling mich aus meinem Nest locken will.

Ich möchte mich heute an Filzkugeln versuchen. Ich habe vor einiger Zeit festgestellt,  dass ich ganz gerne Schmuck herstelle (wo ich so darüber nachdenke Silberschmuck, unsere Eheringe, ein bisschen Umhängnippes war ja doch schon einiges). Es wird noch ein paar Tage dauern bis meine neuen Untensilien kommen und die Zeit muss überbrückt werden. Die Ideen wachsen im Kopf und ich habe schon drei Mal nachbestellt. Und das obwohl ich mich ungern selbst behänge. Abgesehen von meinem Ehering bin ich schmuckfrei. Was nicht heisst das ich nicht das ein oder andere viele Stück besitze. Ich erinnere mich da an ein schönes Funkelarmband zu Weihnachten.

Filzen klappt semigut. Die Kugeln werden schön rund und fest. Ich versuche ein paar Haare von Rebeca mit reinzufilzen. Sie sind zu borstig. Auch wenn ich sie vorher in die Wolle packe, flutschen sie beim Rollen wieder raus.

Mein Mann kommt heute erst spät heim. Ich überlege ob ich meine Fastenzeit heute auf 20 Stunden erhöhe. Ich habe einfach keine Lust zu essen. Gerade wäre Gesellschaft schön. Ich gucke meine Telefonliste durch… Ich schreibe den ein oder anderen an. Ich traue mich aber nicht so recht. Ich will niemanden nerven.

So sitze ich nun in meinem Zimmer und gucke die Wand an. Die erste Schmuckbasteleilieferung ist gerade gekommen. Sieht gut aus. Machen kann ich nur noch nichts. Es fehlen noch etliche Teile. Die habe ich bei einen Großhändler bestellt. Das wird mindestens zwei Wochen dauern.

Auf 17 Stunden Fasten habe ich es gebracht. Richtig Hunger hatte ich nicht. Ich habe an meinem Abenteuerbaum weiter gemacht.

Tatsächlich ist es hier alleine kaum auszuhalten. Gerade jetzt am Abend. Ich habe mich zu Schrott gebastelt und weiß nun nicht so recht was ich machen soll. Dazu kommt ein leichtes Gruselgefühl und überhaupt ist es total blöd alleine auf dem Sofa zu sitzen.

Tagsüber habe ich wirklich gut für Abwechslung gesorgt, aber jetzt… Gut Abendessen steht an. Ich esse auch nur weil ich muss. Unterschreite meine kcal diese Woche fast täglich. Ich mag einfach nicht.

Tschüss

vor 5 Jahren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.