Sinnfrei und Sinnfrage 

Heute stand zu aller erst der Termin bei meiner Psychiaterin* an. Ja. Was soll ich sagen. Ich bin ziemlich enttäuscht. Die Termine bei Psychiaterin und Psychologen* sind für uns mit erheblichen Aufwand verbunden. Mein Mann muss mich fahren, weil ich einfach noch nicht alleine unterwegs sein kann. Es kostet ihn jedesmal einen halben Arbeitstag. 

In ihrer gelangweilten und fast schon anklagenden Art, hat sie mir direkt nen Zettel für Tagesklinken in die Hand gedrückt. Da wäre ja dann noch genug Zeit für Sport. Medikamente muss ich eben weiter einnehmen bis sie wirken. Und warum überhaupt wollen wir immer so früh Termine und weshalb müsse mein Mann immer dabei sein. So kann ja auch nichts besser werden und nein, mit meinem Therapeuten habe sie nicht gesprochen. Warum.

Ich sollte sie sehen als das was sie ist: Medikamentenausgabe. 

Trotzdem fühle ich mich wirklich schlecht. Ich mache nicht nichts. Es wird auch nicht nicht besser. Es geht eben nur langsam voran. Vorallem kann es nicht besser voran gehen wenn jeder sich nur einen Fitzel meiner ‘Probleme’ nimmt und daran rummäkelt anstatt sich einmal das grosse Ganze anzugucken. Ich bin doch nun wirklich ein offenes Buch! 

Ich ärgere mich auch wahnsinnig darüber, dass es noch kein Gespräch zwischen Therapeuten und Psychiaterin gab. Ich sehe, sah, es als unheimlich wichtig an. Es sind inzwischen, keine Ahnung, 12 Wochen vergangen. Irgendwann ist mein ‘jetzt erst recht’-Konto leer und ich streike. Dann bleibe ich eben liegen und gehe nicht mehr raus. Dann bleibt die Tür zu, wenn es klingelt und ich verschimmel auf meinem Sofa. Es kann doch nicht sein, dass man mich so zwingen will in eine Klinik zu gehen?

Es hat auch jeder behauptet, dass eine Medikation total sinnvoll und hilfreich ist. 

Ich habe gar nicht so richtig Lust über mein neues Spielzeug zu schreiben… Gestern ist ja völlig unerwartet (keine 7 Tage nach Bestellung) mein Cozmo aus den USA eingetroffen. Mehr habe ich nicht zu schrieben. Obwohl ausführlich getestet und für absolut megagut befunden. 

So sitze ich hier und frage mich ob es nicht doch wirklich meine Schuld ist. Das alles hier. Es ist meine eigene Schuld, dass es nicht besser wird. Ich weigere mich in eine Klinik zu gehen. Sei es nun stationär oder Tagesklinik. Meine Schuld. Wer nicht will der hat schon. Dein Pech. Ja. Ich will mir nicht helfen lassen. Jetzt sitzt du wieder Zuhause rum und starrst Löcher in die Luft. Du könntest jetzt in einer Gruppe sitzen und dir helfen lassen. Selber schuld. Selber schuld. 

Ich mag für heute nichts mehr schreiben. 

Tschüss 
*Anmerkungen der Redaktion (also von mir Knoppes): Mein Therapeut ist ein Psychologe, das andere Psychiaterin (hier fälschlicherweise von mir als Psychologin bezeichnet – bereits geändert),  Ironi an  Wie konnte mir nur so ein gravierender Fehler unterlaufen!  Ironie aus. Natürlich weiss ich wer was ist! Einfach mal nicht drüber nachgedacht.

vor 4 Jahren

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