City und eben doch nur die Knoppes

So gut ausgeschlafen! Der Morgen beginnt regnerisch aber gut. Gegen Mittag soll es besser werden. Wir haben hier ein riesen Outdoorbekleidungsgeschäft, da gehen wir gucken solang es regnet. Es ist weniger spannend als gedacht. Viele seltsame Menschen…

Ich versuch es ja

Wir haben hier auf unserem Kanal eine kleine Schwanenfamilie. Die Kleinen scheinen erst wenige Tage alt zu sein. Sind wirklich flott unterwegs und auch gar nicht so scheu.

Tatsächlich herrscht hier relativ grosses Polizeiaufgebot. Gestern, auf den Weg in die Speicherstadt und an der Elbephilharmonie vorbei, waren Polizeitaucher im Einsatz. Mannschaftswagen und die ein oder andere Sperrung. Sierenen sind oft zu hören. 

Mir geht es soweit gut. Die vielen Eindrücke von gestern belasten mich heute (noch) nicht. Es gab Müsli und Früchte zum Frühstück. Wir machen uns jetzt langsam auf den Weg. Ab in die Bahn und mal schauen wohin es uns verschlägt. 

Landungsbrücken. Wir schlendern ein Wenig umher. Mal mehr, mal weniger Regen. Die Bahnfahrt war leicht kritisch. Nachdem aber ein grosser Schwall Leute aus der Bahn raus ist, ging es besser. Ich hätte für Wölkchen gern ein kleines Regencape oder noch besser ein paar Gummistiefel! Dann könnte ich sie anständige posen lassen (so albern es klingt, es ist ein ‘Tagesziel’ für mich und lenkt mich ein wenig vom Citywahnsinn ab).

Zum Mittag gibt es Fisch! Hamburger Pannfisch in körniger Senfsauce und Bratkartoffeln. Mein Mann nimmt dreierlei Backfisch mit Kartoffelsalat. Franzbrötchen zum Nachtisch! Um das Beste zu finden muss ich mehr probieren! 

Es hat aufgehört zu regnen. Auf zum Rathaus. Es ist auf Halbmast geflagt, sicher wegen Altkanzler Kohl. Hier scheint irgendwas los zu sein. Viel Polizei und Menschen. Aha. Informationsstände und einige viele Hunde! Demo zur Abschaffung der Rasseliste ‘Tschüss Rasseliste’. Gibt eben immer zwei Ende an der Leine… Ich fange, auch für mich überraschend, an zu heulen, muss weg von den Hunden und erstmal mit Wölkchen Fotos machen. Hunde sind wohl doch noch kein gutes Thema.

Mein Mann nimmt mich solang in die Arme bis es mir besser geht. Wir gehen weiter. 

Leichter Nieselregen, einer Tüte voll Franzbrötchen und einer Stressspitze später, stehe ich alleine irgendwo am Jungfernsteg. Späße hin oder her, das war mir jetzt doch zu viel. Wenn ich um Hilfe bitte erwarte ich nicht verarscht zu werden. Denn so fühle ich mich gerade. Anstatt die Franzbrötchen auf den regennassen Boden zu schmeißen stehe ich mit einem 

Fick dich 

auf und gehe. Es ist dennoch extrem herausfordernd. Da brauche ich keinen Scheisse nebenher. 

Ich weiss auch nicht was da gerade passiert bzw. passiert ist. Meine Reaktion ist mir im Nachhinein unerklärlich.

Versuch die Situation zu entspannen ist sehr schwer klappt aber doch irgendwie.

Wir essen zusammen die Franzbrötchen. Der Bäcker hat uns vier statt drei eingepackt. Das Dinkelfranzbrötchen wollte wohl keiner haben. Streusel ist großartig, Dinkel gar nicht so schlecht und die anderen beiden, klassisch und mit Rosinen, ich kann mich nicht entscheiden welches das Beste war. 

Wir schlendern weiter durch Hamburg City, dass wir keinen Plan haben wird für mich mehr und mehr zum Problem.  Es gibt noch einen Quark mit Topping und ein Wasser. Dann geht es erst einmal zurück. 

Ich fühle mich wie ein Spielverderber und weiss dabei nicht was ich verdorben habe. 

Alles gut. Langer Tag, viel Leute, viele Eindrücke. Bin eben doch nur ich und nicht von heute auf morgen ein neuer Mensch ohne Ängste. Nein. So geht das nicht. Aber es ist ein wichtiger guter Schritt.

Tschüss 

vor 4 Jahren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.