Weiter… und weiter…

Augen auf. Tag beginnt. Die Albträume waren weniger schlimm als in den letzten Nächten. Unser Abend war ruhig, aber wenig entspannt. Ich habe es geschafft die allgemeine Stimmung mit meinen Depressionen und der plötzlichen Überforderung bei einfachen Handgriffen zu vergiften. Einfache Fragen haben mich völlig aus dem Konzept gebracht. –Nein, das war nicht meine Schuld. Wir waren einfach beide nicht gut drauf.

Ihr könnt es drehen wir ihr wollt. Die scheiß Antidepressiva wirken nicht. Wie lang soll ich sie noch fressen? Ich kann mir diesen Tag so besonders schön machen wie ich will. Da ist nichts da. Gar nichts. Ich versuche es trotzdem… Weiter, weiter, immer weiter. 

Ich versuche in meiner Küche nicht verloren zu gehen. Obwohl ich anfange die Kräuter, die auf der Fensterbank und an der Scheibe stehen und kleben (Körbchen mit Saugnäpfen, eigentlich für die Dusche gedacht) in den Garten zu schleppen. Mich stören sie gerade so sehr, dass sie weg müssen. Ich wische kurz über die Scheibe und die Fensterbank. Jetzt steht da meine Ziegensteinkanne. 

Weiter. Fokus. Brot schmieren! Ich zwinge mich zum Tunnelblick. Es hilft mir tatsächlich ein wenig wenn ich meine Frühstücksutensilien neben den Herd vor den Toaster stelle. Die Arbeitsfläche ist dort relativ klein (die Küchenzeile ist U-förmig aufgebaut). Durch die Beleuchtung von oben nochmals optisch begrenzt, hilft es mir rechts die Spüle und links die grosse Arbeitsfläche auszublenden. 

Kaffee. Hinsetzen. Aufstehen. Rumlaufen. Trainingsplan wälzen. Abendessen planen. Vielleicht sollte ich wieder einen Wochenplan machen. Dann entfällt das Grübeln und ich kann einfach machen. Guter Plan – schnell gemacht. 

Draußen wird es dunkler, es regnet wieder. 

Das heutige Mealprep (baked Oatmeal, Proteineis, Wackelquark, LC-Brot) bringt mich an meine Grenzen. Obwohl alles gut und auch struktuiert läuft bin ich am zittern und den Tränen nahe. Ich dekoriere mein baked Oatmeal mit Erdbeeren und Bananenscheiben. Es soll doch schön aussehen. Mein Brot bekommt eine gleichmäßige glatte Form verpasst, ein paar Einschnitte oben runden das Bild ab. Mir meine eigene Wertschätzung zeigen. Obwohl ich gefühlt gleich zusammen breche. Liebevolle Details. 

Training ist durch. Waschmaschine läuft. Ich bin geduscht und mein Oatmeal ist gegessen. Es regnet. Der Himmel ist grau. Bla. Bla. Bla. Zu mehr bin ich heute nicht in der Lage. 

Tschüss 

vor 4 Jahren

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