Teil I: Auf auf und davon! 

Ein kleines Urlaubstagebuch – ab 21.08.

Das Wohnmobil ist abgeholt und gepackt! Startklar Richtung Norden. Zwei Wochen. Weiter, immer weiter in den Norden. Bis die Straßen zu ende sind.

Start!

Zeit zu Zweit. Kleiner Zwischenstopp in Soltau. Wasser, kleiner Snack und ein wenig in Erinnerung schwelgen. Auch hier haben wir schon gewohnt. Wir sind uns einig, daß es hier mit am schönsten war.

Weiter. Friedrichskoog. Hier bleiben wir über Nacht, genauer gesagt Friedrichskoog Spitze. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang über den Deich. Die Beine vertreten.

Tag I

Der Morgen startet entspannt mit Sonne und Wind. Wir fahren zur Seehundstation. Herrlichster blauer Himmel. Robben – Seehunde und Kegelrobben, mehr Heuler als ich mir ansatzweise vorgestellt habe. Wir schauen uns die Fütterung der Dauerbleiber an – Robben zu alt oder zu krank um sie auszuwildern oder auch Jungtiere dort geboren. 

Etwas später findet die Fütterung der Heuler statt (inzwischen ist ein ganzer Bus Kinder angekommen und  die raren Plätze sind heiß begehrt), wir lassen es ausfallen, Gedränge brauchen wir nicht. Statt uns Unmengen an Hinterköpfen anzugucken steigen wir auf den kleinen Aussichtsturm, der sich auf dem Gelände befindet, und haben von dort aus einen tollen Blick über Heuler und Dauerbleiber, Deiche, Schafe, Ölplattform, Wattenmeer und blauen Himmel.

Jetzt aber dringend Hut auf die Sturmfriese. Muss mir ja nicht gleich das Hirn verbrennen. Von hier aus geht es weiter nach Friedrichsstadt, oder auch klein Amsterdam. Wirklich ein idyllisches Örtchen, ein Bächlein und schmale Häuschen drängen sich in den Gässchen, fast schon ekelhaft beschaulich.

Kleiner Spaziergang und ein Fischbrötchen später geht es weiter nach Tönning. Wunderschöner historischer Hafen, die Sonne überschlägt sich. Wir steuern eine nette Eisdiele an. Ein großes Erdbeer Spaghettieis steht vor mir. Am Nebentisch eine sonnengealterte, im eigenen Dunst geräucherte Schachtel die nichts lieber als sich selbst reden hört, sie unterhält mit ihrem lauten Organ den halben Marktplatz Da wünsche ich mir fast wieder die Idylle am Bächlein in Friedrichsstadt herbei.

Zwischenstopp am Eider-Sperrwerk

Es geht Richtung St. Peter Ordingen – mit WoMo auf Strand. Vorher halten wir noch am Eider-Sperrwerk. Schon ein beeindruckendes Werk Technik.

Zum Sonnenuntergang ziehen Wolken auf. Es gibt einen ausgedehnten Spaziergang am Strand, im Sand und Watt und Meerwasser mit Möwenkreischen und Wellenrauschen, mit nackten Füßen und lachenden Gesichtern. 

Während der Großteil der Strandgäste sich auf dem Heimweg macht, machen wir uns Abendessen – schlicht Brot und Käse, dazu ein frischer Tomaten Mozzarella Salat und eine fantastische Aussicht. Tatsächlich fängt es kurz an zu regnen, dauert allerdings nicht lang und wir können noch einmal runter ans Wasser. Ebbe, wolkenverhangener Sonnenuntergang. Schade. Macht aber nichts! Allein der Anblick von unendlich viel Wasser, Sandstrand und Himmel reicht.

Hier übernachten ist eigentlich nicht gestattet, dennoch stehen einige kleine Camper und Vans herum. Uns verschlägt es auf einen kleinen Parkplatz direkt am Damm irgendwo an der Straße. Hier richten wir uns ein. Wieder vergesse ich den Warmwasseraufbereiter an zuschmeißen – heißt wieder kalt duschen. Heute weniger schlimm als gestern. Ich habe mir doch ein wenig den Pelz verbrannt und das kalte Wasser tut ungemein gut. 

Tag II

Es regnet und gewittert praktisch die ganze Nacht. Gegen morgen wird der Regen etwas leichter. So richtig sehen konnten wir gestern nicht mehr wo genau wir eigentlich übernachten. Nicht schlecht! Wir stehen an einer kleinen Schleusen, links der Deich, dahinter das Meer. Rechts ein kleiner See mit Schilf, Schafen und windschiefen Bäumchen. 

Wir sind auf Regen bestens eingestellt, war doch eigentlich Schottland geplant. Es kann aber nun nicht immer nur nach Schottland gehen! Statt meinen heißgeliebten verregneten Highlands geht es also samt Regenbekleidung ins Flachland. 

Regen, also geht es ins Multimar-Wattforum. Wirklich sehenswert. Alles rund ums Watt und Wattenmeer. 

Im Zickzack geht es weiter, Warder. Hier gibt es einen Haus- und Nutztierpark, vom aussterben bedrohte Tiere werden hier gehalten. Gleich zu Beginn gibt es einen kleinen Streichelzoo. 

Ich habe es noch nie erlebt, daß Ziegen und Schafe freiwillig angelaufen kommen um sich kraulen zu lassen! Nicht nur einmal hat sich eine Ziege mit Kopf oder Körper an mich gelehnt um sich ordentlich flauschen zu lassen. Das war so toll. Ein Seelenflausch hat mir wirklich gefehlt.

Rinder, Schweine, Hühner, Enten, Gänse, Pferde und Esel. Alles da, alle kommen neugierig angelaufen. Zum Schauen, zum Kraulen, oder um sich bewundern zu lassen. Es hört auch ziemlich bald auf zu regnen. Die Sonne scheint wieder und es wird nochmal ordentlich warm. 

Zwischen Arche Warder und Flensburg haben wir einen Campingplatz angesteuert, Frischwasser tanken, Grauwasser ablassen und einmal Kassette entleeren. Auch das gehört zum WoMo-Urlaub dazu – Freiheit, bis das Chemieklo voll ist…

In Flensburg werden wir direkt am Hafen übernachten. Gegessen wird heute auswärts – Burger und Schokoküchlein. 


Urlaub bedeutet leider nicht gleich auch Urlaub von Depression und Dämon. Natürlich streiten wir uns auch. Ich habe Stimmungsschwankungen und manchmal kann ich auch einfach nicht aufstehen. Alles kommt mit. Immer. 

… So panike ich mich über die Entsorgungsstelle. WoMo einweisen, der fürchterlich laut kreischende Kies, neue unbekannte Umgebung. 

Ungewohnte Handgriffe, lassen mich schnell fahrig und unruhig werden. Tunnelblick, keiner mehr anwesend. Meine Grundstimmung ist aber deutlich Richtung positiv, ich kriege das alles recht schnell wieder in den Griff. Ob es nun am Botox oder am Urlaub oder an beidem liegt, kann ich so nicht sagen – ist wohl auch egal! 

vor 4 Jahren

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