Dämliches Bluetooth und ich hab nichts gemacht

Ich versuche den ganzen Morgen immer wieder die Bluetooth-Tastatur mit meinem Tablet zu verbinden. Inzwischen wird sie nicht mal mehr angezeigt. Keine Ahnung. Als ich heute morgen gemerkt habe wie sehr es mir auf die Stimmung schlägt, habe ich mich mit anderen Dingen beschäftigt. Nun versuche ich es wieder einmal. Nichts. 

Es ist ja nicht so als hätte die Tastatur einfach nur bei mir im Zimmer gelegen, nein. Sie musste mit sämtlichen anderen verfügbaren Geräten rumhuren. Gleiches Spiel bei meinem Soundlink und meiner Actioncam. Natürlich hat mein Mann dran herum gefummelt… Gerade würde ich sie ihm am liebsten an den Kopf werfen. Es ist meins meins meins meins. Spiel damit ok, aber sieh zu daß es sich danach wieder einwandfrei mit meinem Gerät verbindet! 

Nach dem ich dann nochmal alles haarklein bei meinem Mann erfrage, sagt er mir endlich welches Zauberwort die Tastatur hören möchte um sich zu verbinden. Das hätte auch etwas weniger Nerven kosten können. 

Soviel dazu. Meine erste Runde morgentliche schlechte Laune hat mir einen Schwall Kreativität beschert und so bin ich mit Projekt Weihnachten ein gutes Stück weiter gekommen. Habe sogar ganz nebenbei eine neue Häkelei ausprobiert und für gut befunden. Mein Adventskalender ist sogut wie gefüllt und aufgehängt. 

Da die ganzen Päckchen diesjahr doch den Rahmen kleiner Schokoladen sprengen und nicht in die dafür gedachten Beutelchen passen sieht es etwas wild aus… Auch für den Kalender meines Mannes muss ich mir was einfallen lassen. Der Adventskalender Lebkuchenbäreninvasiongalaxy. Natürlich kann das klitzekleine Lebkuchenbärchen mit dem winzigen Beutelchen nicht tragen was ich vorbereitet habe. 

Das passt nicht

Was jedoch das aller wichtigeste ist, statt mich meinem Gefühl von Wut und Zerstörungswahn hinzugeben, habe ich mich abgelenkt und eben auch nur einen kleinen Schwall an meinem Mann ausgelassen. 

Blöder Bär

Damit muss er jetzt leben. 

Während ich hier schreibe, kommt meine gute Laune auch wieder zurück. Es scheint wirklich eine kleine Depressionsverschnaufpause zu sein. Schön. Ich werde sie genießen und mich daran erfreuen so lang sie dauern mag. 

Die Postbotin kommt. Sie bringt weiteres Filsel für Weinachten. Ich mag nicht aufmachen. Heute ist mir trotz guter Laune nicht nach einem fröhlichen 

Guten Morgen!

Ich sehe aus meinem Fenster wie sie wieder davon fährt. Sie biegt Richtung Pferdehof ab. Ich werde warten bis ich sie zurück fahren sehe. Nein. Werde ich nicht. Ich gehe jetzt das Paket holen. 

Sie wird mich sehen wie ich den Briefkasten öffne, dann in den Carport latsche und das Paket hole. Sie wird denken, dass ich extra nicht aufgemacht habe. Nur damit sie in den Carport gehen muss und dann auch noch extra einen Zettel in den Briefkasten werfen muss – wird sie denken, oder auch nicht. Nein. Wenig wahrscheinlich. Sie wird denken, daß ich wohl gerade beschäftigt war, vielleicht ist es ihr auch einfach egal. Aber ja. So mache ich mir nen Kopf um Nichtigkeiten.

Das Postauto ist nicht vorbeigefahren als ich eben draußen war. 

Irgendwer rumort gerade gewaltig auf dem Dachboden. Ich höre scharren und Pfötchengetrappel. Wird wohl mal Zeit da die Untermieter aufzustöbern. 

Langsam schwindet die Lust am Kreativsein. Ich räume mein Zimmer auf und sichte das Paket. Zwei der Weihnachtsmänner sind beim Versand zu Bruch gegangen. Ich bestelle ja echt gerne in dem Shop, aber die Sache mit den Hohlfiguren haben sie irgendwie noch nicht so gut raus. Eine Ersatzlieferung wird umgehend versand. Jau. Danke sehr. 

Ich beschäftige mich zur Zeit ausgiebig mit Weihnachten, vermeide es aber nähere Gedanken an Heiligabend und all dem drum und dran zu verschwenden. Gerade eben habe ich mich gefragt warum ich das alles mache. Ich wurschtel an unzähligen kleinen Dingen, ohne genau zu wissen ob und wohin genau sie reisen werden. Eigentlich mag ich Weihnachten nicht und wünsche mir nichts mehr als an diesen Tagen einfach außer Landes zu sein. 

Wir werden wohl hier bei uns feiern. Mein Mann steuert die Familie bei, ich das Essen. Meine Schwester und Neffichen werden kurz vor und kurz nach Weihnachten auf nen Sprung vorbei kommen. Meine Mom und ihr Mann haben bisher noch nichts gesagt. Wird auch mal Zeit, daß sie Schwiegervater kennen lernen. Apropopo Schwiegervater, ich habe gestern eine Mail von ihm bekommen. Ich konnte ja leider nicht am großen Familientreffen teilnehmen und natürlich hatte er noch einen Gutschein für mich zum Geburtstag. 

Vielleicht löst sich hier ein wenig der schattige Weihnachtsmantel. Ist damit doch vorallem Schwiegermutters doch recht schneller Tod verbunden. Wir sollten dringend einmal über Demenz sprechen und die Rolle des (Ehe-)Partners, der Angehörigen und der Familie. Es ist ein höchst sensibles und komplexes Thema. Oft auch nicht mit dem nötigen Ernst bedacht. Ob aus Unwissenheit, Überforderung oder fehlender Empathie, sei einmal dahin gestellt. Das aber an andere Stelle. 

Trainingsfreie Tage sind einfach nicht so meins. Gegen drei fange ich an mein Essen zuzubereiten. Ich achte nicht darauf, sehen aber zu, das es einigermaßen Low Carb ist. Ich esse in meinem Zimmer. Mein Stimmung ist wieder unten. Alleine essen ist so doof. Ich schaue aus dem Fenster. Es wird langsam dunkel und ich war wieder nicht draußen. Drei, vier Folgen Drangonball Super machen es auch nicht besser. Ich hole einen winzigen Apfelkuchen aus dem Ofen. Der muss heute schon sein. Ich habe einen Chai Kakao unter den Teig gemischt. Es duftet pervers. Ich seuftze. Es wird Zeit für meinen Kuchen und Zeit, daß dieser Tag vorbei ist. 

Langsam wird es immer dunkler im Zimmer. Keine gute Voraussetzung für gute Laune. Aber gerade ist irgendwie auch alles egal. Den ganzen Tag habe ich in meinem Zimmer gehockt. Heute morgen durch einige Male rumflitzen unterbrochen. Mein Hintern tut weh. Nein. Schluss für heute. Ich muss das Abendessen vorbereiten, den Müll für morgen zusammen packen und ein paar Kisten für den Einkauf nachher bereitstellen. Mein Mann würde dann gerne zum Frisör, ich werde dann alleine einkaufen. Sehe ich heute nicht als Problem. 

Tschüss

vor 3 Jahren

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