Katastrophe und weiß ich auch nicht

Ich bin einfach eine laufende Katastrophe. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Gestern Abend ging es in die Stadt. Wie jeden Dienstag steht das nun anstelle der Welpengruppe auf unseren Plan… Ja. Entweder lässt die Panik mich anfangen zu heulen, oder ich werde aggressiv, oder beides. Gestern wurde ich dann aggressiv. Mein Mann hat wieder ordentlich herhalten müssen. Ich kriege einen so krassen Tunnelblick, daß ich kaum einen graden Schritt machen kann. Ich bin teilweise orientierungslos und weiß nicht wohin. Wir hätten uns vielleicht vorher einen Plan machen sollen. In die Stadt, dann rechts zur nächsten Bank. Wenn die besetzt ist, dann zur nächsten. In der Mitte der Straße laufen. Und so weiter. Einfach einen klaren Plan haben. Jetzt für die erste Zeit. Bis Stadt für mich ok ist. Im inneren und äußeren Chaos habe ich versucht mich an meinem Mann zu orientieren, den ich nicht gleich sehen konnte. Ziel auch für ihn unklar. Nein. Nein. So darf das nicht sein. Mir gegenüber jetzt bloß keine “Schwäche” zeigen. Klar die Führung behalten. Sagen wohin, wolang es geht. Ich treffe sonst eigenmächtige Entscheidungen, die mich – so doof es klingt – einfach grenzenlos überfordern. Ja, es überfordert mich rechts oder links abbiegen abzubiegen. Es überfordert mich nicht gleich sehen zu können wo mein Mann ist. Es überfordert mich Menschen um mich herum zu haben. Die mich dann, im Versuch sich noch schnell durchzuquetschen, berühren oder anrempeln. Je nach aktueller Stimmungslage reagiere ich entsprechend heftig darauf. Es ging schnell wieder zurück. Ich glaube wir haben es dennoch ziemlich gut hinbekommen. Lexs anfängliche Unruhe, vielleicht auch bedingt durch ein quersitzendes Leckerli – er hat ständig gewürgt – was die Leute zum Glotzen animiert – was mein Stresslevel steigen lässt – hat sich in Aufmerksam umgewandelt. Zuhause dann ein heftiger Streit… Aber auch eine neue Strategie. Ich habe gestern ein Band geknüft. Es ist eigentlich für Lex bestimmt. Er soll an diesem Band zupfen, oder zerren wenn er bei mir eine sich anbahnende Panik wahrnimmt. Bis wir ihn darauf trainiert haben wird mein Mann eben das andere Ende des Bandes halten wenn wir gemeinsam unterwegs sind. So weiß ich, daß er da ist und ich muss mich nicht suchend umblicken. Vielleicht wäre das für den Anfang eine Möglichkeit.


Der Morgen startet gut! Ein kleines Pelzbündel weckt mich liebevoll. Anschließend weckt mich mein Mann noch einmal, nicht minder liebevoll. Ich fühle mich deutlich besser als gestern. Ich habe verzweifelt nach meinem Ruhekern gesucht, der nun doch auf einmal in meinen unendlichen Gefühlstiefen versenkt schien. Heut Morgen ist er wieder da. Die frühe Runde im Feld hat mir sehr gut getan. Durch den Nebel, der sich im weiten Umkreis auf das Dörfchen und die Straße gelegt hat, war es auch angenehm ruhig.

Zurück im Nest wird es Zeit für Kaffee und ein paar Erledigungen. Mangels Kreativität bestelle ich eine Kleinigkeit für eine liebe Freundin im Netz. Dann gibt es noch eine Ladung neues Spielzeug. Was robustes zum Kauen, Apportieren und rumschleppen.

Heute Kniebeugen – YEY. Ich glaube, an dieser Stelle mache ich aktuell die besten Fortschritte. Schöne, tiefe Beugen. Jetzt macht es auch wieder Spaß. Im Anschluss zittern die Beine so herrlich und es fühlt sich rund um nach etwas geschafft an. So freudig werde ich währenddessen natürlich nicht sein. Ist es doch eklig, fies und super heftig anstrengend.

Ja, es war super heftig und eklig! Und mein Hintern war das ein oder andere Mal einfach schneller. Dennoch gute Einheit! Einmal mehr erstaunt darüber wie fix sich der Körper an die neuen Gewichte anpasst. War das 5×10 Kniebeugen noch ein ordentliches Gefuddel, war es heute schon etwas entspanter. Dieser Zyklus besteht noch aus einer Runde + Deload. Kann kommt die nächste Gewichtserhöhung und auch diesmal habe ich Sorge es zu schaffen. Zur Not wird das Gewicht einfach halbiert, denn Technik geht vor Gewicht. So gut es heute auch war, die knapp 50 Kg habe ich nicht mehr so tief gebeugt wie alles davor. Ob es speziell an heute lag – mein Kopf war wo anders – oder einfach an einer langsam erreichten Grenze, das weiß ich nicht.

Direkt nach dem Training gab es was zu Futtern, dann ging es raus in den Garten. Eine Runde planschen mit Lex. Jetzt sitzen wir in den Startlöchern für unser wöchentliches Training.

Tschüss

vor 2 Jahren

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