Termin und etwas bla

Der Termin hat mich doch ziemlich aufgewühlt. Die Nacht war kurz. Nicht nur weil ich nicht gut geschlafen habe, wir mussten auch früh raus. Der Termin war bereits um 7:30 in Hannover. Lex ist ja schon gestern Abend in die Pension gegangen. Da wir nicht wussten wie lang es dauern wird und es sowieso mal wieder Zeit für eine Auszeit war, fiel die Entscheidung recht leicht. Mein Mann bringt ihn heut Abend wieder mit Heim. So hat er auch einen ganzen Tag Zeit sich seine Hundesorgen von der Seele zu toben.

Ich war sehr nervös, der Ort und die Menschen unbekannt. Ich habe mir natürlich pausenlos Gedanken über den Ablauf gemacht. Ich bin aber sehr schnell an die Reihe gekommen, praktisch nachdem ich meinen Zettel ausgefüllt hatte. Alles was ich aufgeschrieben und beantwortet habe, musste ich dann nochmal sagen. Das Übliche, Größe, Gewicht und auch das Warum. Ja, was soll ich zum Warum groß sagen. Es sollen organische Ursachen ausgeschlossen werden. Gibt es einen sichtbaren Grund in meiner Murmel der meine psychische Symptomatik verursacht? Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, aber hey. Vielleicht kann man ja meinen Dämon winken sehen! Ich habe auf meinen Zettel geschrieben, dass ich eine soziale Phobie habe, nicht angefasst werden möchte und eine PTBS habe. Ich weiß nicht ob das der Grund war, jedenfalls waren alle freundlich und haben ausführlich erklärt was sie machen. Ich musste auch nur meine Brille ablegen – aber gerade das könnte dazu verleiten mich anzufassen und mich zum Gerät zu führen. Bin ich doch ohne Brille echt eingeschränkt. Ich habe eine Kopfhörer aufbekommen, eine Notklingel in die Hand und dann wurde mir noch ein Gestell über meinem Kopf befestigt. Ich konnte Unwohlsein und Panik zurück drängen, allein die Vorstellung der Bildgebung konnte mich beruhigen. Die Untersuchung selbst hat ca. 15 Minuten gedauert. Ich kann wirklich jeden verstehen der im MRT Beklemmungen oder Platzangst bekommt. Das Gerät an sich ist sehr laut. Es hat eine Moment gedauert bis ich die Augen zu machen konnte und mich entspannt habe. Ich habe angestrengt geschnuppert ob es nach Kotze riecht. Mir vorgestellt wie der Tomograph kaputt geht – wie in der Dr House Folge, als er den Typen mit der Kugel im Körper in das Gerät gesteckt hat. Es hat nicht nach Kotze gerochen und die Farbe meiner Tätowierung hat auch kein Blutbad angerichtet. Vielmehr musste ich mit einem Lachflash kämpfen der aus mir heraus platzen wollte. Das Getrommel erinnert doch stark an Dubstep, was bei mir eine erneute Assoziationskette in Gang gesetzt hat. Dirtywhitepaint. Marvin. Dänemark und das Aquarium. Der Mondfisch (Klumpfisk Marvin hat im Auto gewartet, ich habe Angst in mit Krankenhausbaszillen zu verseuchen) der einen wirklich ekligen Haufen produziert hat während der Taucher Muscheln in sein lustiges kleines Maul gestopft hat. Was man halt so mit fixiertem Kopf in einer engen Röhre denkt.

Dann war es auch schon vorbei. Ich sollte mich noch einen Moment ins Wartezimmer setzen – da kam dann auch die Panik. Kurz darauf habe ich eine CD mit den Bildern in die Hand gedrückt bekommen. Mein Arzt wird wohl einen Bericht bekommen, schließlich ist er kein Radiologe. Wir haben uns die Bilder angeguckt. Also ich finde ja, das meine rechte Kieferhöhle sowie der Nasengang dick und verschnoddert aussieht. Alles andere sieht aus wie Glubschaugen am Stängel und Hirn. Weiß nicht, vielleicht könnten das Ventrikelsystem weniger eng aussehen. Was wirklich auffällt mein Kopf kippt auf die linke Seite und fühlt sich dabei grade an. Das ist aber schon “immer” so. Hätte es einen pathologischen Befund gegeben wäre sicher gleich was gekommen. Ansonsten sieht man eben nichts. Vor allem aber auch keinen winkenden Dämon. Um psychische Erkrankungen sichtbar zu machen (was man mit bildgebender Diagnostik durchaus kann) reicht ein einfaches MRT nicht aus. Es müssen gezielt Hirnareale stimuliert werden. Ich weiß nicht wie genau die Aktivitäten dann sichtbar gemacht werden. Es ist aber möglich.

Wir sind im Anschluss in die Apotheke gefahren. Meine Anspannung war praktisch greifbar. Ich summe dann vor mich hin und bin “sehr klein”. In Zahlen ausgedrückt, etwa 6 Jahre, vielleicht weniger, vielleicht mehr. Mein Mann ist später zur Arbeit gefahren. Ich habe versucht mich hier auf den Alltag einzulassen. Etwas Haushalt. Dabei ist mir vor allem nach Schlafen. Es war sehr sehr anstrengend für mich.

Für meinen Mann habe ich einen Adventskalender bestellt. Ich habe einen zum Geburtstag bekommen und es wäre ja nicht fair wenn er dann nichts zum Aufmachen hat. Die beiden habe ich heute aufgestellt. Das ist aber auch alles an Weihnachtsdecko im Hause Landseestern.

Tschüss

vor 2 Wochen

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